Fischland-Darß-Zingst-Ultramarathon FDZU Längster Naturerlebnislauf in Mecklenburg-Vorpommern
Fischland-Darß-Zingst-Ultramarathon   FDZULängster Naturerlebnislauf in Mecklenburg-Vorpommern

104,1 km Testlauf am 30.07.2016

Pünktlich 04.30 Uhr stehen wir zum Start an der Seebrücke in Zingst bereit. Lange haben wir an der Planung gearbeitet und nun kann und soll es auch endlich losgehen. Jörg und ich setzen uns langsam in Bewegung. Mein Vater und mein Bruder fahren mit dem Auto zum nächsten Kontroll- und Versorgungspunkt. Es ist um diese Zeit noch dunkel und im Laternenlicht sausen unzählige Insekten. Zingst schläft und wir schleichen uns dem Deich folgend davon. Der rechte Schuh drückt etwas, aber nach den ersten Kilometern haben sich Fuß und Schuh aneinander gewöhnt. Jörg begleitet mich auf dem Fahrrad. Auch wir müssen uns erst noch aufeinander einstellen. Das geht sehr schnell und wir erreichen auch schon unseren ersten Versorgungspunkt. Insgesamt haben wir 15 Versorgungspunkte geplant, die sich wie Perlen auf einer Schnur rund um den Bodden verteilen, immer mit Tisch, Landesfahne und allem Kulinarischen, was ein Sportlerherz unterwegs so begehrt.

 

Nachdem wir Zingst weitläufig umrundet und die ersten Wildschweine begrüßt haben, geht es über die Meiningenbrücke (eine alte Eisenbahnverbindung) zur südlichen Boddenküste. Diese Seite ist sehr weitläufig und bietet neben den wunderschön gelegenen Boddenhäfen, traumhaften kleinen Ortschaften, die manchmal einfach nur in der Landschaft vor sich hinträumen, auch fantastische Ausblicke auf die endlos erscheinenden Wasserflächen der Boddenkette. Wir unterhalten uns beim Laufen und merken gar nicht so richtig, dass wir bereits die Marathonlänge erreicht haben. Nachdem wir Pruchten, Bodstedt, Fuhlendorf, Michaelsdorf, Neuendorf, Saal und Dechowshof passiert haben, laufen wir nun durch die ehemalige Kreisstadt Ribnitz-Damgarten. Wir überqueren den alten Grenzfluß "Recknitz" und laufen somit von Pommern nach Mecklenburg hinein. Unser nächstes Ziel ist der Hafen in Ribnitz. Dort sind wir nicht nur bei unserem nächsten Versorgungspunkt, sondern auch mit Carolin Riemer von der Ostseezeitung verabredet. Wir haben etwa 56 Kilometer hinter uns und fühlen uns immer noch sehr gut.

 

Weiter führt uns unser Weg entlang der Boddenufer in Richtung Fischland. Dabei überqueren wir den Körkwitzer Bach und lernen die Opi-Wolter-Kurve kennen. Eine nette Idee, wie wir finden, und Opi Wolter läuft noch ein ganzes Stück mit uns mit. Wir durchlaufen die Boddendörfer Dändorf und Dierhagen und wechseln zum Ostseestrand. Bevor wir uns an den 7 km langen Strandlaufabschnitt in Richtung Wustrow wagen, wechsele ich doch meine Laufschuhe. Die leichteren Schuhe dürfen jetzt mit dem Auto mitfahren, aber nur bis Wustrow. Ab da müssen sie wieder arbeiten. Der Strandlauf von Kilometer 71 bis Kilometer 78 ist eine besondere Herausforderung und so schleiche ich am Ende mit Bleischuhen die Treppe zur Wustrower Seebrücke hinauf. Sachen und Schuhe wechseln, etwas essen und trinken und weiter geht es. Der "Dschungel" ruft.

 

Doch zuvor laufen wir noch entlang der Ostseeküste auf der Westseite der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und genießen die bildschönen Aussichten auf die Ostsee. Wir passieren Ahrenshoop und erreichen zum Abend den Darßer Urwald. Wir tauchen ein in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Es ist ein Traum, doch wir merken schnell, dass nach dem Großen Stern (Hauptwegkreuzung im Darßer Urwald) nicht nur die Beine schwerer geworden sind, sondern auch der lange Kanten auf das Gemüt schlägt. Es dämmert bereits und droht dunkel zu werden, bevor wir den Wald wieder verlassen haben. Der Weg will einfach nicht enden und jede bewegte Pflanze läßt uns mindestens ein Wildschwein dahinter vermuten. Irgendwann treffen wir die Entscheidung und biegen einen Querweg früher als geplant in Richtung Prerow ab. Die Dämmerung liegt schon etwas länger hinter uns. Jetzt begegnen uns auch schon wieder Rothirsche und Wildschweine. Es wird höchste Zeit, dass wir aus dem Wald herauskommen. Noch ein Versorgungspunkt in Prerow und dann geht es direkt dem Deich folgend zurück zur Seebrücke in Zingst. Alles in allem bringen wir es am Ende auf eine Zeit von 18:36:03. Der Testlauf erscheint uns gelungen. Wir sind uns sicher, jeder Kilometer ist ein Genuß. Nach dem Lauf sind wir alle irgendwie kaputt und freuen uns auf eine heiße Dusche und eine Mütze voll Schlaf.

Mit freundlicher Unterstützung durch:

Leichtathletikverein Ribnitz-Damgarten / Sanitz e.V.
Gemeinde Zingst

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